Polen war im 19. Jahrhundert, als der Eisenbahnbau boomte, aufgeteilt unter Preußen, Österreich und Russland, also nicht existent.  Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Polens 1918 wurde das Eisenbahnnetz dann verstaatlicht. Es musste verstärkt das Netz vereinheitlicht werden, da drei verschiedenen Spurweiten im Land existierten. Der zweite Weltkrieg führte zu zahlreichen Zerstörungen an Bahnanlagen und Strecken. Mit dem Wiederaufbau verbunden war ein Neubau verschiedener Strecken und eine Elektrifizierung in späteren Jahren.
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden neue Eurocity Verbindungen eingerichtet, die eine schnelle Verbindung zum Euroraum ermöglichen. Zur Zeit wird viel investiert in die Erneuerung der Bahnhöfe.

Bydgoszcz – Gdansk – Kołobrzeg – Krakow – Marlborg – Międzyzdroje – Poznan -Przemysl Szczecin – Wroclaw – Tczew

Hbf Gdansk, 2014

Bydgoszcz

Hbf Bydgoszcz, Foto: Dariusz Gackowski

ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Kujawien-Pommern und liegt am Fluß Brahe. Von 1772-1920 war die Gegend preußisch und gehörte zu Posen. Die Altstadt ist weitestgehend erhalten geblieben.
Bydgoszcz Główna der Hauptbahnhof liegt nordwestlich der Innenstadt und wurd vor kurzer Zeit vollständig umgebaut. Das alte Empfangsgebäude ist abgerissen worden und es ist ein neuer Glaspalast entstanden. Ein altes Gebäude liegt noch dahinter am Bahnsteig und ist auch renoviert.

Hbf Gdansk, 2014

Gdańsk Główny – bis 1945 Danzig Hauptbahnhof wurde von 1896 bis 1900 im Stil der Neurenaissance erbaut, 1945 jedoch in Brand gesetzt und zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im ursprünglichen Stil wiederaufgebaut.
Die Stadt Gdansk war Hansestadt an der Ostsee und ist heute Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern. Seit 1920 war sie Freie Stadt und seit 1945 gehört sie zu Polen. Hier in der Danziger Werft entwickelte sich die Freie Gewerkschaft Solidarność.

Kołobrzeg

Bhf Kolobrzeg, 2015, Foto: K. Garbrecht

(deutsch Kolberg, früher Colberg) ist eine Hafenstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Kołobrzeg ist Sol- und Kurbad an der Ostsee. Die Stadt war über Jahrhunderte im Besitz preußischer Herzöge und war im 2. Weltkrieg schwer umkämpft und zu ca. 90 % zerstört. Während der Belagerung 1944 waren schon zahlreiche Einwohner geflüchtet die restlichen Deutschen wurden nach dem Sieg der Russen von den Polen vertrieben. Die Stadt ist somit heute stark vom sozialistischen Wiederaufbau geprägt. Von hier gibt es eine Fähre zur dänischen Insel Bornholm.

Krakow

Hbf Krakow, 2019, Foto: C. Thielecke

liegt im Süden von Polen rund 250 km südwestlich von Warschau und ist mit etwa 765.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Noch im 21. Jahrhundert wird Krakau als „heimliche Hauptstadt Polens“ bezeichnet. Bereits 1038 wurde Krakau unter Kasimir I. Hauptstadt Polens. Krakau ist reich an Architekturbeispielen aller Epochen ab dem Hochmittelalter (Romanik und Gotik), vor allem Renaissance, aber auch Barock, Jugendstil und Neugotik sind zu finden.

Malbork

Bhf Marlborg, 2014

Malbork, ehemals Marienburg, ist Ort der gewaltigen Burg der deutschen Ritterorden. Die Burganlage war von 1309 bis 1457 Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens Die Burg ist komplett restauriert nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg. Die Burg ist Unesco-Weltkulturerbe und einen Ausflug wert. Die Stadt liegt an der Nogat.

Międzyzdroje (Misdroy)

Bhf Miedzyzdroje, 2018 Foto: M. Schock

Międzyzdroje ist eine etwa 5500 Einwohner umfassende Stadt auf der Insel Wolin in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und einer der bekanntesten Badeorte der Ostseeküste.
1899 wurde der Bahnhof fertiggestellt und stellte eine Verbindung mit Stettin her. Mit dem Bahnanschluss konnte sich der Badeort entwickeln und die Übernachtungszahlen stiegen an. 1980 wurde die Strecke elektrifiziert.

Bhf Miedzyzdroje, 2018 Foto: M. Schock

Poznan

Hbf Poznan, 2014

Poznan (ehemals Posen) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Großpolen und als Verkehrsknotenpunkt und Universitätsstadt ein Zentrum für Industrie, Handel, Kultur und Forschung. Der Hauptbahnhof wurde neu erbaut neben dem alten Gebäude, das bestehen blieb und auch genutzt wird. Der Fahrgast kommt mal zum einen mal zum anderen Gebäude heraus. Die Orientierung ist hier nicht einfach.

Hbf Poznan, 2014

Przemysl

Bhf Przemysl, 2013, Foto: Thilo Seibt

Zu Zeiten der österreichischen Monarchie gehörte Przemyśl zum Kronland Galizien. In den letzten Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg wurde die ganze Stadt zu einer Festung gegen die sich entwickelnde Bedrohung durch das Russische Reich ausgebaut (äußerer Festungsring: 45 km). 1914 waren über 140.000 Soldaten dort stationiert.

Szczecin

Hbf Szczecin, 2014, Foto: C. Thielecke

Szczecin liegt 120 km nordöstlich von Berlin an der Mündung der Oder zum Stettiner Haff. Stettin ist einer der größten Seehäfen des Ostseeraumes. Nach umfangreichen Zerstörungen durch Bombenangriffe im Weltkrieg bietet die Stadt heute ein uneinheitliches Bild mit zahlreichen Freiflächen.
Das im Krieg zerstörte Schloß  der Herzöge von Pommern wurde wieder aufgebaut und dient heute als Kulturzentrum. Stettin gehört seit 1945 durch Übergabe durch die Russen zu Polen.

neuer Anbau Hbf Szczecin, 2019

Wroclaw (Breslau)

Hbf Wroclaw, 2013, Foto: C. Thielecke

Mit über 630.000 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt Polens, Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesien. Das Bahnhofsgebäude entstand in den Jahren 1855-1857 nach einer Planung von Wilhelm Grapow.
Das Gebäude wurde dann 1899-1904 erweitert und 2012 rundum restauriert.

Tczew

Hbf Tczew, 2014

Eine Stadt an der Weichsel in der Woiwodschaft Pommern mit 60 000 Einwohnern. Sie gilt als eine der ältesten Orte Polens. Nach einer bewegten und wechselvollen Geschichte kam sie 1920 zu Polen. Als Bahnknotenpunkt gibt es von hier Verbindungen nach Gdansk, Warschau und Poznan.

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