Frankreich ist ein Gründungsland der EWG und jetzigen EU. Als reiches Kulturland entwickelte Frankreich früh die Eisenbahn. Die erste, ausschließlich dampfbetriebene Eisenbahnstrecke Frankreichs vom Gare Saint-Lazare in Paris nach Saint-Germain-en-Laye (21 km) wurde am 9. Juli 1835 eröffnet, 5 Monate vor der ersten deutschen Eisenbahnstrecke Nürnberg -Fürth. Es dauerte dann noch bis 1938 bis der größte Teil der Eisenbahnen in Frankreich von der Staatsbahn SNCF übernommen wurde.
Hier sehen Sie unter anderem eine Reihe Bahnhofsgebäude aus dem Languedoc von meiner Urlaubsreise 2016.

Aigues-Mortes – Antibes – Béziers – Carcassonne – Colmar – Lille-Flandres – Lyon Part-Dieu – Marseille – Narbonne – Paris-Gare de´l´est – Toulouse

Aigues-Mortes

Bhf Aigues-Mortes, 2016

Aigues-Mortes ist eine Stadt im französischen Département Gard mit 8450 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013). Der Name bedeutet tote Wasser.
1240 hat Ludwig der Heilige das Gebiet erworben und 1248 angefangen, die Stadt als Bastide zu errichten. Aigues-Mortes befand sich damals an den Ufern einer großflächigen Lagune und war durch Kanäle mit dem Meer verbunden. Seine Nachfolger, insbesondere sein Sohn Philipp der Kühne, ließen später ein Festungsviereck anlegen mit einem umlaufenden Wehrgang mit 10 Stadttoren. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Stadtmauer vollendet. Diese Grundform ist heute noch erhalten.
Heute ist dieser alte Stadtkern ein Touristenmagnet. Der kleine Bahnhof nahe der mittelalterlichen Stadt hat Anschluß nach Nimes.

Antibes

Bhf Antibes, 2019, Foto: J. Krabbe

Antibes ist ein Ferienort zwischen Cannes und Nizza an der Französischen Riviera (Côte d’Azur). Er ist für seine Altstadt bekannt, die von Befestigungsmauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben ist. Picasso hatte hier 1946 ein Atelier. Er schenkte der Gemeinde 23 Bilder, auch Jaqueline Picasso vermachte dem Museum weitere Werke. So gibt es hier ein bedeutendes Picasso-Museum.
Am See- und Yachthafen Port Vauban, der auch der Milliardärhafen genannt wird, legen die allergrößten Yachten an.

Béziers

Bhf Beziers, 2016

Béziers  ist eine französische Stadt im Département Hérault und liegt am Fluß Orb und dem Canal du Midi. Es handelt sich um eine sehr alte Stadt Galliens, weit vor Christuszeit besiedelt. Hier findet man eine schöne Altstadt mit engen Gassen und einer mächtigen Kirche. Die Kathedrale ist nicht in sonderlich schönem Zustand, eine Renovierung täte not.
Der berühmteste Sohn der Stadt ist Pierre Paul Riquet (1609-1680), der Ingenieur, welcher den Canal du Midi geplant und durchgesetzt hat.

Carcassone

Bhf Carcassone, 2016

Carcassone ist eine Stadt mit 46.724 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aude. Hier bis zum Mittelmeer erstreckt sich die Landschaft von Okzitanien. Ältere Leute sprechen noch okzitanisch.
Der Bahnhof ist eine prächtige Ausführung des hier im Languedoc realisierten Bahnhofstils.

Carcassonne

Die mittelalterliche Stadtburg erstreckt sich hier auf einem Hügel jenseits des Flusses Aude. Innerhalb der Mauern exisitert die Altstadt noch aus Zeiten der Katharer, Hier lebten im Mittelalter bereits 3-4000 Menschen. Die uralten Gebäude werden mittlerweile für touristische Zwecke genutzt, aber man spürt hier trotzdem ein  Flair  der lange vergangenen Zeit.
Die Altstadt gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Bhf-Cerbere-2010

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© J. Krabbe

Colmar

Hbf Colmar, 2019

Colmar ist die Hauptstadt des Départements Haut-Rhin in der Region Grand Est. Die Stadt ist berühmt für ihr gut erhaltenes architektonisches Erbe aus sechs Jahrhunderten und für ihre Museen, darunter das Unterlinden-Museum mit dem Isenheimer Altar.
Inspiriert von der Station Danzig – einer polnischen Stadt, die an Preußen angeschlossen war – wurde die Colmar-Station aus Phalsbourg aus rotem Backstein und Sandstein erbaut. Die Station ist dreigeteilt und hat eine Gesamtlänge von 103 Metern. Sie ist mit einem 36 Meter hohen Glockenturm geschmückt. Die Decke ist vom Maler Jean Le Gac, dies ist kein Original.

La tour-de-Carole-Enveitg

Bhf Latour de Carol-Enveight, Foto: J. Krabbe

Der Bahnhof La tour-de-Carol– Enveitg ist ein Grenzbahnhof in den französischen Pyrenäen. In Spanien gilt eine andere Spurweite, deshalb müssen hier die Fahrgäste umsteigen. Zugleich stellt er die Verknüpfung dreier Bahnstrecken mit unterschiedlichen Spurweiten und Stromsystemen dar. Er ist weltweit der einzige, in dem die Spurweiten 1668, 1435 und 1000 Millimeter aufeinandertreffen.

Lille-Flandres

ca. 1930, © Foto: unbekannt


Dies ist der alte Hauptbahnhof der Stadt auf einem alten erstandene Foto. Jedoch hat er einen Teil seiner Bedeutung als wichtigster Bahnhof im Jahre 1993 an den wenige hundert Meter entfernten, neu errichteten Durchgangsbahnhof Bahnhof Lille-Europe abgegeben, an dem jetzt verschiedene TGV-, Eurostar- und Thalys-Züge halten.

Lyon-Part-Dieu

Bhf Lyon Part des Dieu, 2010, © Foto J. Krabbe

Lyon wurde 43 v. Chr. von den Römern gegründet. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Rhône und der Saône. Mit ca. 466.400 Einwohnern ist sie nach Paris und Marseille die drittgrößte Stadt des Landes.
Dieser Bahnhof wurde 1978 erbaut als Teil des neuen Stadtteilprojekts „Part Dieu“. Die Planer entwarfen dies Viertel als zweite City, der Bahnhof ist mit einem Einkaufszentrum verbunden.

Marseille

Hbf Marseille, 2016, © Foto C. Dieffenbach

ist die wichtigste französische und eine bedeutende europäische Hafenstadt. Sie ist Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône. Sie existiert bereits seit der Antike und war Handelsniederlassung der Griechen. 
Der Bahnhof Marseille-Saint-Charles ist der wichtigste Bahnhof des Großraums Marseille. Ein erstes Bahnhofsgebäude wurde am 8. Januar 1848 eröffnet, der jetzige Bau wurde erst einige Jahre später vollendet. Der Kopfbahnhof befindet sich auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Stadtzentrums.

Narbonne

Gare de Narbonne, 2016

Narbonne war die erste römische Kolonie außerhalb Italiens. Sie wurde um 118 v. Chr. im damaligen Gallien als Colonia Narbo Martius errichtet.
Im Mittelalter wurde Narbonne vor allem als Heimat der Katharer bekannt. Von 1272 bis 1332 wurde in Narbonne die Kathedrale Saint-Just errichtet, die mit einer Chorhöhe von 41 Metern eine der höchsten Frankreichs ist.
Heute ist Narbonne eine Stadt mit 52.802 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Aude in der Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées. Ein TGV hält hier. In der Nähe des Bahnhofs befindet sich das Musée Archéologique de Narbonne .

Paris

Paris, Gare de l´est, 2010, © Foto: J. Krabbe

Erstmalig schriftlich erwähnt wurde die Ansiedlung an der Seine unter dem Namen lutetia 53 v. Chr. Seitdem ist Paris gewachsen und gewachsen als zentrale Stadt des französischen Reiches. Heute wohnen innerhalb der Stadtgrenzen 2,2 Millionen, insgesamt werden in der unité urbaine rund 11 Millionen gezählt.
Paris zählt natürlich zahlreiche Bahnhöfe. Der Gare de l´Est wurde 1849 als Ankunftsstelle von Straßbourg eröffnet.

Paris, Gare du Nord, 2010, © Foto: J. Krabbe

Paris Gare du Nord ist der am meisten frequentierte Bahnhof in Paris. Täglich werden an diesem Kopfbahnhof etwa eine halbe Million Fahrgäste abgefertigt.
Das Bahnhofsgebäude wurde in den Jahren 1861 bis 1866 nach Plänen des Architekten Jakob Ignaz Hittorff erbaut. Das Dach besteht aus einer Fachwerkkonstruktion. Die Länge der steinernen Fassade beträgt 180 m.

Toulouse

Hbf Toulouse Matabiau, 2016

Toulouse ist die Hauptstadt der Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées. Toulouse hat heute einen Technologiepark und ist die Flugzeug- und Weltraumhauptstadt Frankreichs. Am Flughafen ist der Sitz von Airbus France und die Konzernzentrale.
Außerdem gibt es zahlreiche schöne alte Gebäude, als erstes ist die romanische Basilika Saint-Sernin zu nennen. Der Bahnhof Toulouse-Matabiau steht in der französischen Stadt Toulouse, im Département Haute-Garonne. Mit seinen knapp 20.000 Reisenden täglich ist er einer der frequenzstärksten Bahnhöfen im Süden Frankreichs.
Das heutige Bahnhofsgebäude wurde zwischen 1903 und 1905 erbaut und ersetzte das ältere und kleinere Gebäude. Die Station nahm den Beinamen der umliegenden Gemeinde an, Matabiau. Es wurde von Marius Toudoire erbaut, der zuvor bereits die Bahnhöfe Bordeaux Saint-Jean und Gare de Lyon errichtet hatte.
Im Bahnhof gab es 2016 ein Klavier das für jeden frei zur Benutzung steht.

Toulouse-Matabiau