In diesem Land fuhr die erste Eisenbahn des Kontinents. In dieser Zeit wurde das Land Belgien gerade gegründet, nachdem es Jahrhunderte lang unter Fremdherrschaft gestanden hatte. Aus den unterschiedlichen Einflußnahmen der Geschichte erklärt sich auch die Zweisprachigkeit des Landes. Flamen und Wallonen sind sich oft nicht so ganz einig, aber zumindest haben Sie es wohl gelernt, pragmatische Kompromisse zu schließen. In der Hauptstadt Brüssel ist der Sitz der Europäischen Union.

Antwerpen

Antwerpen, 2010, Foto: © Johannes Krabbe

Die Stadt liegt im Norden Belgiens in der Region Flandern und ist mit 472.071 Einwohnern (2008) die größte Stadtgemeinde des Landes.
Der Hauptbahnhof, ursprünglich ein Kopfbahnhof, wurde nach langandauernden Umbauarbeiten 2007 wiedereröffnet. Im Rahmen der Anbindung Antwerpens an das europäische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz wurde der Bahnhof untertunnelt und vergrößert. Das historische Empfangsgebäude aus dem 19. Jahrhundert blieb dabei erhalten und wurde mit den neuen Bereichen verbunden. Internationale Hochgeschwindigkeitsverbindungen bestehen mehrmals täglich in das nördliche Nachbarland Niederlande (mit Thalys und NS Highspeed) und nach Paris in Frankreich (mit Thalys).

Brüssel

Brüssel, Gare du Nord, 2016

Dies ist der größte sichtbare Bahnhof von Belgiens Hauptstadt. Die Internationalen Züge halten allerdings im Gare du Midi. Das Gebäude, nach Zerstörung im Krieg ab 1950 wieder neu gebaut  wirkt von außen imposant. Rechts nicht im Bild, verlaufen die Bahngleise.

Am  nördlichen Eingang steige ich eine Treppe hoch und gehe durch zwei unpersönliche Glastüren. Dann fällt der Blick auf eine Reihe Durchgangssperren, die man als U-Bahn-Kontrollen zuordnen kann. Darauf kann das Auge hoch wandern zu einem Aufzug in einem Lichtschacht, welcher in der Höhe verschwindet. Links und rechts neben dieser hohen Halle vermute ich Büros. Das ganze Gebäude ist mit schummriger Beleuchtung ausgestattet. Busbahnsteige laufen unter dem hochliegenden Gebäude durch, im Parterre sozusagen. Hier herrscht Untergrundatmosphäre.  

Brüssel, Gare de Midi (Brussel-Midi)

Bruxelles Midi, 2016

Der Bahnhof Brüssel Süd (französisch Gare de Bruxelles-Midi, niederländisch Station Brussel-Zuid) ist der größte Bahnhof in Belgien.
Der Bahnhof ist insbesondere für internationale Zugverbindungen wichtig. Thalys-, TGV- und ICE-Züge verkehren nach Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, für die Eurostar-Züge nach London sind zwei Bahnsteige in einem abgetrennten Bereich vorhanden.
Von außen sieht er allerdings wie ein langweiliges Bürogebäude aus.

Eupen

Eupen 2010, Foto: © Johannes Krabbe

Eupen liegt etwa 16 km von Aachen sowie 45 km von Lüttich und Maastricht entfernt. Seine Einwohner sind zu etwa 90 % deutschsprachig.
Der Bahnhof Eupen ist der östlichste Endpunkt der stündlichen InterCity-A-Züge der SNCB, welche Eupen via Lüttich und Brüssel mit Ostende verbindet.
Bis etwa 1945 gab es mit der Vennbahn Zugverbindungen Raeren nach Aachen, Stolberg und über Monschau-Büllingen nach Luxemburg. Darüber hinaus bestand seit 1906 durch die Aachener Straßenbahn eine Straßenbahnverbindung, die 1920 von der SNCV übernommen wurde und bis nach Verviers ausgebaut wurde. Die Strecke nach Verviers wurde nach 1956 eingestellt.
Diese Bahnhofsarchitektur ist uns garnicht vertraut. sie erinnert eher an schlechten Sozialwohnungsbau denn an einen Bahnhof.

Liège-Guillemins (Lüttich)

Liège-Guillemins, 2018 Foto: © Karl Förster

Der Bahnhof Liège-Guillemins ist der wichtigste Bahnhof der in der belgischen Region Wallonien gelegenen Stadt Lüttich. Der nach durchgreifendem Um- und Neubau im September 2009 in seiner heutigen Gestalt in Betrieb genommene Bahnhof befindet sich etwas außerhalb der Innenstadt, im Stadtteil Guillemins. Er ist Halt von Thalys– und Intercity-Express-Zügen.
Der Bahnhof wurde vom berühmten Architekten Calatrava geplant und 2009 eröffnet. Er hat einen monumentalen Baldachin von 200 m Länge und 35 m Höhe.

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